Vorwort zum Gutachten

Vor jeder Zwangsversteigerung einer Immobilie beauftragt das zuständige Gericht einen vereidigten Sachverständigen mit der Wertermittlung der Immobilie (= Ermittlung des Verkehrswertes).
Immobilien Gaerner als Eigentümer der Immobilie hat somit keinerlei Einfluss auf den Inhalt des Gutachtens.

 

 

 

Auszug aus dem Gutachten der obigen Sachverständigen zur Ermittlung des Verkehrswertes
des bebauten Grundstückes in 56729 Kehrig, Brunnen-Heerbachstraße 14

Das Originalgutachten kann jederzeit beim Amtsgericht Mayen

unter Angabe des Aktenzeichens 2K 40/06 eingesehen werden

· Grundbuch von Kehrig

· Blatt 1493

· lfd. Nr. 8

· Gemarkung Kehrig

· Flur 1

· Flurstück 23, Gebäude- und Freifläche, Landwirtschaftsfläche

· Größe 3.458 m²

·  Bodenwert aktuell (= Stand Juli 2010) 121.030 €
   Bodenwert zum Wertermittlungsstichtag: 103.740 €
   von Immobilien Gaerner laut Bodenrichtwertkarte ermittelt - aktueller Preis pro 1 m² = 35,00 €

Wertermittlungsstichtag: 24.03.2004

Verkehrswert am 24.03.2004: 185.000,00 Euro
Anmerkung von Immobilien Gaerner:
Der Verkehrswert erhöht sich aktuell um 17.290 €, da der Bodenwert zwischenzeitlich um 5,00 €/m² gestiegen ist (Bestätigung durch Katasteramt Mayen jederzeit möglich)

Verkehrswert in 2010: 202.290 € 
von Immobilien Gaerner nach Vorgabe vom Katasteramt Mayen ermittelt

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Grundstücksbeschreibung
Das bebaute Grundstück liegt im Nordosten der Gemeinde Kehrig am Rande des alten Ortskerns. Das Grundstück ist von der Brunnen-Heerbachstraße direkt zu erreichen. Im Nordwesten und Nordosten grenzt das Grundstück an geteerte Wirtschaftswege. Die Brunnen-Heerbachstraße ist im Bereich des Bewertungsobjektes geprägt von älterer dörflicher Bebauung, überwiegend mit älteren landwirtschaftlichen Betrieben bebaut. Die Wohnhäuser sind meist zweigeschossig, im hinteren Grundstücksbereich stehen Ställe, Scheunen und andere Nebengebäude. Die wenig befahrene Brunnen-Heerbachstraße ist beidseitig mit Bürgersteig ausgebaut. Das Grundstück ist voll erschlossen.

Es ist mit einer alten landwirtschaftlichen Hofstelle mit Wohnhaus, Stall, Scheune, Garage und früherem Waschhaus bebaut. Im rückwärtigen Grundstücksteil steht ein gemauerter Hühnerstall. Als Besonderheit ist auf eine kleine Kapelle hinzuweisen, die nahe der rückwärtigen Grundstücksgrenze am Fahrweg errichtet wurde.

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Gebäudebeschreibung
Wohnhaus
Art
: Das Objekt besteht aus einem unterkellerten Wohnhaus mit zwei oberirdischen Geschossen sowie einem zu Wohnzwecken ausgebautem Speicher. Obergeschoss und Speicher sind mit den jeweiligen Geschossen im Anbau verbunden.

Baujahr: Das Haus wurde 1857 errichtet und ab 1975 vom derzeitigen Eigentümer durchgreifend renoviert.

Wohnfläche 151 m² - verteilt auf:

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Rohbauausführung

Wände: die Außenwände bestehen aus 60 cm, starkem Basalt-Bruchsteinmauerwerk.

Fassade: die Außenfassade ist mit einem grauen Außenputz versehen, aus dem stellenweise Ecken vom Basaltmauerwerk hervorragen.

Dach: Satteldach ist als Holzbalkenlager konstruiert, die Dacheindeckung besteht aus Naturschiefer. Nach Nordosten vergrößert eine verschieferte Gaube die Nutzfläche im ausgebauten Speicher und sorgt hier auch für mehr Licht. Dachrinnen und Fallrohre sind aus Zinkblech.

Geschossdecken: bei dem Aufbau der Innendecken handelt es sich über dem Keller um eine massive Gewölbedecke (Basalt), darüber baualtersbedingt um Holzbalkendecken.

Fenster: wurden erst vor wenigen Jahren erneuert, sie sind isolierverglast mit honigfarbenen Holzrahmen und Sprossen. Die Roll-Läden sind aus hellem Kunststoff. Die Außenfensterbänke bestehen aus Naturstein (Basalt). Die Innenfensterbänke bestehen teils aus Naturstein (Granit), teils aus Pressholz mit Kunststoffbeschichtung.

Innere Ausstattung

Treppen: Innentreppe zum Keller ist eine Betontreppe. Zum Obergeschoss wurde ebenfalls eine Betontreppe mit Fliesenauflage statt der früheren Holztreppe errichtet, eine Holztreppe führt zum ausgebauten Speicher.

Fußböden: sind im EG im Flur mit Kunststein gefliest, im Esszimmer und in der Küche mit PVC belegt, im Wohnzimmer mit Parkett ausgestattet. Im Obergeschoss sind Gästezimmer und Schlafzimmer mit Linoleum- bzw. PVC-Belag versehen, die Räume im Anbau mit Holzdielenböden. Das Wohnzimmer im Speicher ist mit Teppichboden (auf den alten Eichendielen) ausgelegt.

Wände: sind allgemein tapeziert.

Decken: sind allgemein mit Raufaser tapeziert und gestrichen, im Obergeschoss teilweise mit Nut- und Federbrettern versehen; im Wohnzimmer im Speicher wurde die Dachschräge ebenfalls mit Nut- und Federbrettern (Kiefer) verkleidet.

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Türen: Hauseingangstür ist aus Holz mit Glaseinsätzen. Die Innentüren sind teils neuere Eichenfurniertüren (EG) , teils ältere Limbatüren (OG).

Heizung: Ölzentralheizung, die auch für Warmwasser zentral über Heizung.

Sanitär: Das Badezimmer befindet sich im Obergeschoss. Es wurde vor einigen Jahren komplett saniert. Es verfügt über eine Viertelkreisdusche mit Kunststoff-Spritzschutz, WC (noch mit freihängendem Wasserkasten), Waschtisch, Waschmaschinenanschluss und einen Stellplatz für einen Wäschetrockner. Die Wände sind deckenhoch weiß gefliest mit Bordüre und einigen Dekorfliesen. Der Boden ist ebenfalls gefliest.

Speicher: als ein weiterer Wohnraum bis unter den Firstbalken ausgebaut. Die Deckenschrägen sind mit Nut- und Federbrettern verkleidet, der Holzdielenboden mit Teppichboden belegt. Eine Giebelwand ist mit einer großflächigen Wandmalerei verziert.

Bauzustand am Schätzungstag

Das Gebäude macht einen sehr gepflegten, grundlegend sanierten Eindruck.
Es befindet sich in einem sehr guten Zustand. Es sind keine wertrelevanten Bauschäden oder Baumängel zu beanstanden. Die Nutzung des Kellers wurde zwar durch das Aufbringen eines Betonbodens verbessert, aber der Zugang über die schmale Treppe ist etwas beschwerlich. Die Natursteinwände und -decke, die je nach klimatischen Bedingungen auch feucht sein können, lassen nur eine eingeschränkte Nutzung als Lagerraum zu. Belichtung und Belüftung gut.

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Anbau

Art: Auf der Rückseite des Wohnhauses wurde ein Anbau angefügt. Im Erdgeschoss wurde er teils als einseitig offener Windfang vor der Haustür bzw. als überdachter Freisitz gestaltet, daneben wurde ein Raum als Werkstatt ausgebaut. Der Werkstattraum besitzt ein zweiflügeliges Eingangstor aus grün lackiertem Holz mit Glaseinsätzen. Im Obergeschoss wurden zwei Zimmer ausgebaut, die vom Flur des Wohnhauses aus zugänglich sind. Die Zimmer sind mit einem Holzdielenboden ausgestattet. Speicher: zwei Räume, nur wenig komfortabel ausgebaut, sie sind vom Wohnhaus aus zugänglich (Trockenboden).

Bruttorauminhalt: ca. 230 m³

Konstruktion: Der Anbau wurde aus massivem Mauerwerk errichtet. Die Außenmauern wurden im Stil passend zum Wohnhaus verputzt.

Fenster: im Obergeschoss sind einfach verglast mit Holzrahmen. Die seitlichen Fensterlaibungen sind dekorativ mit gesägten Holzbrettern gestaltet.

Dach: Satteldach ist mit Blechbahnen eingedeckt.

Baumängel und Bauschäden: sind nicht zu beanstanden.

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Früherer Pferdestall
Hinter dem Wohnhaus-Anbau, an diesen angrenzend, befindet sich ein früheres Stallgebäude. Das Erdgeschoss besteht aus massivem Basaltmauerwerk, das passend zum Wohnhaus verputzt wurde, das Obergeschoss weist Fachwerk auf. Das Obergeschoss, das üblicherweise als Kornspeicher genutzt wurde, wurde nicht besichtigt. Im Erdgeschoss, früher Pferdestall, ist ein großer Partyraum ausgebaut. Die Wände sind verputzt und mit Wandgemälden (4 Jahreszeiten) dekoriert. Der Boden ist noch der alte betonierte Stallboden. Die regionaltypische Kappendecke des früheren Stalles im Erdgeschoss ist betoniert. Das Satteldach ist mit Welleternit eingedeckt.

Der Zugang zum Stall erfolgt durch zwei geteilte Holztüren. Die alten Metallrahmenfenster sind einfach verglast und gestrichen.

Bruttorauminhalt: ca. 308 m³

Nutzfläche: ca. 37 m² pro Geschoss

Das Obergeschoss und das Dach wurden nicht besichtigt.

Allgemeinbeurteilung

Baualtersbedingt (fehlende Isolierung) steigt hofseitig Feuchtigkeit in den Außenmauern auf (ca. 50 cm hoch). Sonstige Baumängel und -schäden sind nicht zu beanstanden. Das alte Gebäude befindet sich - soweit besichtigt - in einem sehr guten, aufwändig renovierten Zustand.

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Scheune
Als Abschluss des Innenhofes kann die Scheune betrachtet werden. Sie ist wie Wohnhaus und Stall bis unters Dach aus massivem Basaltmauerwerk errichtet und verputzt. Einige Belüftungslöcher sind farblich abgesetzt. Das hohe Satteldach ist hofseitig mit Naturschiefer eingedeckt, die Rückseite wurde mit Welleternit renoviert. Die Einfahrt zur Tenne führt durch ein hohes Rundbogentor (3 m breit, 4 m hoch), das mit einem grün lackierten Rolltor aus Holz geschlossen wird.

Die Tenne ist mit einem rohen Betonboden befestigt. Die Innenwände sind verputzt. Die Belichtung des Innenraumes erfolgt nur durch das geöffnete Scheunentor und ein kleines Fenster.

Die Scheune ist teilweise mit einer Zwischendecke (neue Balkenlage, Fichte) mit Absturzsicherung ausgestattet.

Die Scheune, deren Baujahr aufgrund der Bauart ebenfalls auf 1857 geschätzt wird, ist in einem gut renovierten, sehr gepflegten Zustand.

Bruttorauminhalt: ca. 936 m³

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Früherer Kuhstall
Östlich an die Scheune wurde ein geräumiger Kuhstall angebaut, sein Alter wird auf 50 bis 60 Jahre geschätzt. Die Außenwände bestehen aus massivem Mauerwerk (Schwemmstein oder Bimshohlblock), die Außenwände und Innenwände sind verputzt.

Der Stallboden ist mit Ziegeln plattiert, die Tröge betoniert. Es wird davon ausgegangen, dass die Zwischendecke, die quer durch den Stallraum mit einem Unterzug mit Pfeilern unterstützt wird, betoniert ist.

An der südlichen Giebelseite sind zwei Stallfenster und eine Holztür ins Freie. Ein Zugang zur großen Scheune (Tenne) ist ebenfalls vorhanden.

Der frühere Stall befindet sich in einem guten Zustand; er wurde vom Eigentümer nach Aufgabe der Landwirtschaft ordnungsgemäß geräumt und dient jetzt als Abstellraum.

Bruttorauminhalt: ca. 540 m³

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Ehemaliges Waschhaus mit Speicher und Freisitz
Es handelt sich um ein zweigeschossiges Gebäude, das einzeln an der südöstlichen Seite des Innenhofes steht. Es ist etwa zu 1/3 geschlossen ausgebaut, im Erdgeschoss als Waschhaus mit glattem Betonboden und verputzten und weiß gestrichenen Wänden und einer Beton-Kappendecke, im Obergeschoss als Speicherraum.

Die übrigen 2/3 des Gebäudes sind im Erdgeschoss als offener Lagerraum oder heute als Freisitz mit 3 schützenden Wänden (mit Wandmalereien) gestaltet, darüber ist ein überdachtes Holzlager; die Zwischendecke ist eine Holzkonstruktion, mit Brettern belegt.

Das Pultdach ist ebenfalls eine Holzkonstruktion, mit Blechbahnen gedeckt.

Das alte Gebäude besitzt eine zur gesamten Hofanlage passende Fassadengestaltung und ist wie die übrigen Gebäude in einem gepflegten Zustand.

Die dicke Außenmauer des Waschhauses ist an einer Ecke als kleine Nische mit Basaltsockel gestaltet, auf dem eine Figur (Hirte mit Schafen) steht.

Bruttorauminhalt: ca. 120 m³

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Kapelle
An der nördlichen Grundstücksecke wurde 1984 vom Eigentümer eine kleine Kapelle errichtet.

Die Außenmauern bestehen aus massivem Mauerwerk, die Fassade wurde außen über dem mit Bruchsteinplatten verkleideten Sockel mit weißem Rauhputz versehen. Das Satteldach ist eine Holzkonstruktion mit Naturschiefereindeckung. Die Innenwände sind glatt verputzt und weiß gestrichen, die hintere Wand weist eine Malerei auf, die Engel über den Wolken zeigt. Davor steht ein massiver Altar mit einer hölzernen Betbank und Madonnenfiguren. Der Boden ist mit Natursteinplatten belegt. In eine Seitenwand ist ein rundes Fenster mit Buntglasscheiben eingelassen. Die Tür wird mit einem schmiedeeisernen Gitter geschlossen. Um die Kapelle herum wurde ein kleines Areal gärtnerisch angelegt.

Die ganze Anlage ist sehr aufwändig und liebevoll gestaltet.

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Weitere Nebengebäude
Auf dem Grundstück befindet sich darüber hinaus eine massive Garage, die etwa 1975 erbaut wurde. Die Außenwände sind gemauert, das Dach mit Welleternit eingedeckt. Die Garage verfügt über ein Stahlschwingtor und ein Fenster aus Glasbausteinen. Der Boden ist betoniert. Sie ist mit Strom ausgestattet, nicht aber mit Wasseranschluss. Der Garagenvorplatz ist gepflastert.

Neben der Garage, entlang der Stallgebäude-Rückseiten, wurden zwei offene Remisen mit unterschiedlichen Höhen in Holzbauweise errichtet; sie wirken solide und gut erhalten. Die Dächer sind überwiegend mit Blechbahnen eingedeckt. Hier sind landwirtschaftliche Großgeräte (Güllefass, Hänger, Walze, Egge u.ä.) abgestellt.

Hinter der Scheune befindet sich ein Hühnerstall mit Auslauf. Es handelt sich um ein aus Schwemmstein gemauertes, unverputztes Gebäude auf einer Grundfläche von ca. 30 m².

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Außenanlagen
Der Vorgarten ist als sehr gepflegte Wiese mit kleinem Teich und einigen Bäumen und Sträuchern sowie einem gepflasterten Weg angelegt. Ein großer, mit eingekerbtem Bild und Spruch verzierter Findlingsblock wurde aufgestellt. Der Vorgarten ist mit einem Betonmäuerchen mit aufgesetztem Jägerzaun eingefriedet.

Die Zufahrt zum Innenhof ist mit Betonsteinen gepflastert, der Innenhof selbst weist eine Pflasterung mit Basaltköpfen auf. Zwischen dem ehemaligen Waschhaus und der Scheune ist ein Sitzplatz mit einer berankten Pergola angelegt, die Grenzwand zum Nachbargrundstück dahinter ist wie die Gebäude verputzt mit einigen hervortretenden Natursteinen.

Der Bereich hinter Scheune und Stall ist eine Wiese, teils mit eingezäuntem Hühnerauslauf.

An der Nordecke des Grundstücks befindet sich die oben beschriebene Kapelle inmitten einer kleinen Gartenanlage.

Der Bereich vor den Remisen ist ebenfalls eine Wiese; der Garagenvorplatz ist gepflastert.

Die GESAMTE Hofanlage
mit ihren Außenanlagen ist sehr gepflegt und mit großer Sorgfalt und Können gestaltet. Die mittlerweile ungenutzten landwirtschaftlichen Nebengebäude befinden sich in einem sehr gepflegten und gut erhaltenen Zustand.

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Das Originalgutachten kann jederzeit beim Amtsgericht Mayen gegen eine Gebühr eingesehen werden. Zur Einsichtnahme ist folgendes Aktenzeichen anzugeben: 2 K 40/06 - Termin vom Freitag, den 26. Juni 2009